|

Juni 2007
Dialyse im hohen
Lebensalter – um jeden Preis ?
Die Bevölkerung wird im älter.
Gleichzeitig nehmen Nierenkrankheiten im hohen
Lebensalter zu. Häufiger als früher ergibt sich die
Frage, ob bei über Achtzigjährigen eine Behandlung mit
der künstlichen Niere (Dialyse) als lebensverlängernde
Maßnahme angezeigt ist.
Entscheidend sind zwei Argumente: Wünscht der Betroffene
lebensverlängernde Maßnahmen trotz der Einschränkungen,
die mit einer Dialysetherapie verbunden sind ? Ist der
körperliche Zustand und die damit verbundene
Lebenserwartung so, dass eine Lebensverlängerung nach
ärztlichem Ermessen zu erwarten ist?
Zur Beantwortung der ersten Frage, benötigen Betroffenen
und ihre nächsten Angehörigen ausführliche Aufklärung
und Zeit zum Nachdenken. Gut ist auch der Kontakt mit
gleichartig Betroffenen. Die zweite Frage kann nur von
Ärzten beantwortet werden, die lange Erfahrung mit der
Behandlung von Nierenkranken haben. Ärzte ohne Erfahrung
in der Nierenheilkunde (Nephrologie) sollten in der
Beurteilung Zurückhaltung üben und rechtzeitig einen
Fachkollegen einschalten.
|
Jede Entscheidung sollte gut dokumentiert werden
und mit dem Betroffenen und seinen Angehörigen
abgestimmt werden. |
Ihr,
Prof. Dr. Wolfgang Pommer
|