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Juni 2009


Psyche und Nierenkrankheiten

Die 22. Arbeitstagung Psychonephrologie in Berlin beschäftigte sich im Mai diesen Jahres mit diesem Thema. Chronische Erkrankungen – so auch Nierenkrankheiten – gehen mit seelischen Belastungsreaktionen einher. Je schwerer die Krankheit, um so ausgeprägter können seelische Begleiterkrankungen sein. Depressionen treten bei Nierenkranken zwischen 20-50% auf. Bei schweren Gefäßverkalkungen des Gehirns kann sich eine Demenz entwickeln. Nierenkranke müssen wegen verschiedener Begleitkomplikationen viele Medikamente einnehmen. Häufig werden diese ohne Wissen des Arztes abgesetzt. Die Gründe sind unterschiedlich: sie werden teilweise nicht vertragen oder der Patient ist von dem Nutzen nicht überzeugt. Diese Non-Compliance (Unfähigkeit, ärztliche Behandlungsvorschläge einzuhalten) ist besonders kritisch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. In dieser Lebensphase brechen die jungen Nierenkranken häufig lebensnotwendige Behandlungen ab, viele transplantierte Nieren werden abgestoßen, da lebenswichtige Medikament nicht mehr eingenommen werden.

Fazit: Die Mitbetreuung von Nierenkranken durch besonders geschulte Psychologen und Psychotherapeuten ist eine Forderung, die auf der Tagung gestellt wurde. Die Kenntnisse über den Zusammenhang von Krankheitsprognose und Krankheitsbewältigung muss bei allen Beteiligten –Ärzten, Patienten, Eltern und Partner von Betroffenen – vertieft werden.


Ihr,

Prof. Dr. Wolfgang Pommer

 
 







Prof. Pommer


Der Gesundheitstipp des Monats gibt Patienten, deren Angehörigen und interessierten Menschen aktuelle Informationen zu Nierenerkrankungen und verwandten Leiden bzw. Erkrankungen.
Der Gesundheitstipp erläutert verständlich für Nichtmediziner, die neuesten Erkenntnisse aus Klinik und Forschung.

Ihr,

Prof. Dr. 
Wolfgang Pommer