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Juli 2010



 

Therapie der Zystennierenerkrankung – Teil II

Im Tipp des vergangenen Monats hatten wir über erste Behandlungsergebnisse bei der Zystennierenerkrankung berichtet. Diese ist die häufigste erbliche Nierenerkrankung im europäischen Raum. Nun berichten Forschergruppen aus Deutschland und der Schweiz über die Behandlungsergebnisse mit zwei Substanzen, die das Zystenwachstum aufhalten sollen. Beide Substanzen werden zur Unterdrückung de Immunantwort nach einer Nierenverpflanzung eingesetzt.

Die Studienergebnisse sind ernüchternd: Zwar wurde in der deutschen Studie eine Verminderung des Zystenwachstum berichtet, die Nierenfunktion in der Behandlungsgruppe verschlechterte sich aber im gleichen Maße wie die in der nichtbehandelten Gruppe. Die Studie aus der Schweiz fand keinen Unterschied im Zystenwachstum, egal ob mit oder ohne Behandlung. In der Behandlungsgruppe gab es eine Reihe von Nebenwirkungen, die auf die Wirkweise der eingesetzten Medikamente zurück zu führen waren. Häufiger waren Entzündungen, Schmerzen und Blutarmut.

Fazit: Beide Studien zur Beeinflussung der Nierenfunktion und des Zystenwachstum zeigen negative Ergebnisse. Diese hervorragend durchgeführten Studien beweisen aber auch, dass neue Behandlungsversuche nur im Rahmen von großen Untersuchungen gerechtfertig sind. Erkundigen Sie sich bei „neuen Behandlungsversuchen“ vorher, inwieweit Erkenntnisse gesichert sind. Sonst werden Sie selbst zum Versuchskaninchen.




Ihr,

Prof. Dr. Wolfgang Pommer

 
 







Prof. Pommer


Der Gesundheitstipp des Monats gibt Patienten, deren Angehörigen und interessierten Menschen aktuelle Informationen zu Nierenerkrankungen und verwandten Leiden bzw. Erkrankungen.
Der Gesundheitstipp erläutert verständlich für Nichtmediziner, die neuesten Erkenntnisse aus Klinik und Forschung.

Ihr,

Prof. Dr. 
Wolfgang Pommer