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Juni 2010



 

Zystennierenerkrankung – erste Therapieansätze

Die Zystennierenerkrankung des Erwachsenen (adultes polycystisches Nierenleiden) ist die häufigste erbliche Nierenerkrankung. Sie wird mit einer Häufung von 50% auf die Kinder übertragen. Diese Erkrankung schreitet fort und führt – je nach Verlauf - im mittleren und hohen Lebensalter zu einem Nierenversagen. Die Behandlung mit der Hämodialyse (Blutwäsche) ist dann notwendig. Selten können Patienten mit der Bauchfelldialyse behandelt werden, da die Zysten (wassergefüllte Bläschen) so stark anwachsen, dass diese Behandlung nicht mehr möglich. Die Zystennieren können im Endstadium über 4 kg wiegen und den gesamten Bauchraum ausfüllen (übliches Nierengewicht 150 g).

Eine Behandlung war bislang nicht möglich. Nun haben erste Versuche mit einem Wachstumshemmer gezeigt, dass sich das Zystennierenwachstum bei frühzeitiger Behandlung deutliche verringern lässt. Benutzt wurde eine Substanz, Sirolimus, die aus der Nierenverpflanzung bekannt ist. Sirolimus verhindert nicht nur die Abstoßung nach Nierenverpflanzung, sondern auch das Wachstum des Bindegewebes. Allerdings gab es auch Nachteile: die Leberwerte verschlechterten sich unter dieser Behandlung.

Fazit: Erste Behandlungsansätze der häufigsten erblichen Nierenerkrankung liegen nun vor. Bevor diese für alle verfügbar sind, müssen weitere Untersuchungen zu Risiken und Nutzen abgewartet werden. Solange gilt: Aufgabe des Rauchens und gute Blutdruckeinstellung sind bisher die einzig bekannten und wirksamen Maßnahmen.



Ihr,

Prof. Dr. Wolfgang Pommer

 
 







Prof. Pommer


Der Gesundheitstipp des Monats gibt Patienten, deren Angehörigen und interessierten Menschen aktuelle Informationen zu Nierenerkrankungen und verwandten Leiden bzw. Erkrankungen.
Der Gesundheitstipp erläutert verständlich für Nichtmediziner, die neuesten Erkenntnisse aus Klinik und Forschung.

Ihr,

Prof. Dr. 
Wolfgang Pommer