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Medical Board Nephrologie
Diagnostische und therapeutische Standards



 Therapie - Standardisiertes Vorgehen nach Parathyreoidektomie

Autor: Prof. Wolfgang  Pommer      letzte Aktualisierung: 15.08.03


I
nhaltsübersicht

1. Volumentherapie
2. Ernährung
3. Nephrotoxische Medikamente
4. Diuretische Therapie
5. „Dopamin in Nierendosierung“
6. Therapie der Grunderkrankung
7. Literatur




1. Volumentherapie

 

Kreislaufstabiler Patient auf Normalstation:

  • Einfuhr/Ausfuhrkontrolle

  • Tägliche Gewichtskontrolle

  • Kein Blasenkatheter!


Intensivpatient:

  • ZVD-Messung

  • Blasenkatheter

  • ggf. invasives Kreislaufmonitoring


Therapieziele:

  • Dehydratation vermeiden (ZVD hoch-normal)

  • Überwässerung behandeln (Zufuhr beschränken, Diuretika)






2. Ernährung

 

Patient auf Normalstation:

  • Protein 0.8 g/kg KG die

  • Kalorien 30-35 kcal/kg KG (Normalgew.)

  • Kalium > 5.5  2000 mg/die


                                   
Intensivpatient:

  • KH 3-5 g/kg KG

  • Fette 1-2 g/kg KG

  • Aminosäuren 0.6 – 0.8 g/kg KG (max. 1.5g)

AS-Zusammensetzung: Ess. AS : Nicht-ess. AS = 1.5 : 1







3. Nephrotoxische Medikamente

 

Nephrotoxische Medikamente absetzen (wenn möglich) Dosierung renal-eliminierter Medikamente der Nierenfunktion anpassen.





4. Diuretische Therapie


Dehydrierter Patient mit prärenalem NV:

  • Diuretika absetzen!



Oligurisches Nierenversagen:

  • Diuretika-Versuch bei ZVD > 10 cm
     

    Überwässerter Patient mit NV:

  • Diuretika indiziert, höher dosieren 
    ggf. iv-Gabe kontinuierlich




Diuretika dienen der symptomatischen Therapie des ANV; sie verbessern nicht die Restitution der Nierenfunktion! Die diuretische Therapie bei ANV wird häufig überbewertet.






5.  „Dopamin in Nierendosierung“


Die Dopamin-Therapie in sog.“Nierendosierung“ ist nicht evidenz-basiert. Für den Einsatz von Katecholaminen gelten die allgemeinen  intensivmedizinischen Therapierichtlinien.







6. Therapie der Grunderkrankung


6.1 Grundlagen
Bei symptomatischem Akuten Nierenversagen im Zusammenhang mit einer klar definierten Grunderkrankung (Schock, Sepsis, Multiorganversagen) ist die Therapie der Grunderkrankung gleichzeitig die kausale Therapie des Nierenversagens.
Abzugrenzen sind „intrarenale“ Nierenversagen bei eigenständiger Nierenkrankheit oder im Rahmen von sog. „Systemerkrankungen“, die unter dem klinischen Bild des Akuten Nierenversagens auftreten können.
Beispiel: M. Wegener, Therapie: Immunsuppressiva.


6.2 Indikationen zur Nierenersatztherapie

Oligo-Anurie (< 500 ml/24 Std.), die nach Volumen-Substitution (ZVD > 10 cm) über 12-24 Std. persistiert

Pulmonale Überwässerung (Lungenstauung) bei persistierender Oligo-Anurie unter hoch-dosierter Schleifendiuretka-Therapie (Furosemid 20-40 mg/Std. iv)

Hyperkaliämie > 6 mmol/l bei Oligo-Anurie

Schwere metabolische Azidose (Standart-Bikarbonat < 10 mmol/l)

Urämische Komplikationen (Perikarditis, urämische Gastroenteritis, Koma)

Kreatinin-Clearance persistierend < 10 ml/min



8. Arztbrief


1. Star RA: Treatment of acute renal failure. Kidney int 1998; 54(6): 1817-31

2. Lassnig A, Donner E, Grubhofer G, Presterl E, Druml W, Hiesmayr M: Lack of renoprotective effect of dopamin and furosemide during cardiac surgery. J Am Soc Nephrol 2000; 11(1): 97-104

3. Schiffl H, Lang SM, Fischer R: Daily hemodialysis and the outcome of acute renal failure. N Engl J Med 2002; 346(5): 305-310

4. Hörl WH: Ernährung bei akuter und chronischer Nierenersatztherapie. Internist 1999; 40: 49-54.






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