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Medical Board Nephrologie
Diagnostische und therapeutische Standards



 Therapie - Standardisiertes Vorgehen nach Parathyreoidektomie

Autor: Gruner-Szur T,  Pommer W      letzte Aktualisierung: 15.08.03


I
nhaltsübersicht

1. Nephrologische prä-operative Vorbereitung
2. Postoperative Überwachung auf der nephrologischen Station
3. Erster post-operativer Tag
4. Weitere Laborkontrollen
5. Chirurgische Komplikationen
6. Entfernung der Drainagen
7. Entlassung
8. Arztbrief




1. Nephrologische prä-operative Vorbereitung

Die Patienten werden nach chirurgischer Einbestellung (OP-Termin) am prä-operativen Tag auf der nephrologischen Station aufgenommen. HD-Patienten werden am Aufnahme-Tag in der Klinik dialysiert. Präop. Labor, Blutgruppe, keine Konserven, Ausgangswerte für Calcium, Phosphat, AP (PTH sollte ambulant vorliegen).







2. Postoperative Überwachung auf der nephrologischen Station

 
  • Kreislaufüberwachung („Ü-Bogen“) für 6 Stunden
  • Serum-Calcium 0, 2 und 6 Stunden nach Eintreffen auf Station
  • Ärztliche Überwachung auf Tetanie-Zeichen






3. Erster Post-operativer Tag

 
  • Serum-Calcium 12 stdl., Phosphat, PTH

  • Obligat 2 x 0.5 mg Calcitiol/Alfacalcidol po

    ggf. zusätzlich 1000 E Cholecalciferol/die po
    ggf. zusätzlich 2 x 500-1000 mg Calcium po (Calcium Sandoz forte/ fortissimum)

  • Serum-Ca < 2.0 mmol/l: Calciumglukonat iv

  • 5 Amp. Ca-Glukonat 10% (a 10 ml) in 500 ml Glukose 5% per Infusomat über 5 Stunden



  • Hämodialyse: Heparin-arm, Dialysat-Calcium 1.75
  • PD: Dialysat-Calcium 1.75 (Baxter PD1-Lösg.)





4. Weitere Labor-Kontrollen

  • Calcium < 2.0 mmol/l und/ oder I.V.-Calcium-Gaben erforderlich: 12 stdl. Kontrollen

  • Calcium > 2.0 mmol/l: Tägl. Ca-Kontrollen bis zur Entlassung

  • Vor Entlassung: Calcium, Phosphat, AP





5. Chirurgische Komplikationen


Über chirurgische Komplikationen (Blutung, Infektionen der Wunde) wird unmittelbar der Operateur oder der diensthabende Chirurg informiert.






6. Entfernung der Drainagen


Die Entfernung der Wunddrainagen erfolgt bei HD-Patienten am 2. post-operativen Tag (keine Dialyse), wenn das Fördervolumen < 30 ml/24 Std beträgt. Bei Unklarheiten Rücksprache mit Chirurg.







7. Hochdruck-Therapie


Die Entlassung erfolgt in Absprache mit dem Operateur, wenn die Calcium-Werte über 48 Stunden stabil > 2.0 mmol/l lagen.





7. Entlassung


Bei Vorliegen weiterer kardio-vaskulärer Risiken sinnvoll, aber nicht in kontrollierten Studien evidenz-basiert.



8. Arztbrief


In den Arztbrief gehören folgende Angaben:
  • Subtotale oder totale PTX

  • Anzahl entfernter NSA/Epithelkörperchen

  • PTH 1. postop. Tag

  • Ca, PO4, AP vor Entlassung

  • Die Angabe, dass eine Entfernung der Fäden nicht erforderlich ist.





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