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Medical Board Nephrologie
Diagnostische und therapeutische Standards



 Diagnostik - Diagnostik bei Proteinurie

Autor: Prof. Dr. Wolfgang Pommer       letzte Aktualisierung: 18.07.03


I
nhaltsübersicht

1. Ziele
2. Wann sollte nach einer Proteinurie gesucht werden?
3. Differenzierung der Proteinurie
4. Diagnostische Tests
5. Diagnostisches Vorgehen
6. Bewertung einer Proteinurie
7. Literatur




1. Ziele

  • Quantifizierung und Klassifizierung der Proteinurie
  • Zuordnung zu einer ätiologisch definierten Nierenerkrankung




2. Wann sollte nach einer Proteinurie gesucht werden?

  • Unklare Ödeme
  • Eingeschränkte Nierenfunktion
  • Diabetes mellitus (Link Diabetische Nephropathie)
  • Hypertonie (Basisdiagnostik)




3. Differenzierung der Proteinurie

  • Physiologische Proteinurie 100 mg/d

  • Mikroabluminurie 30-300 mg/d

  • Proteinurie > 300 mg/d

  • Große Proteinurie > 3.5 g/d

  • Bence-Jones-Eiweiß (Leichtketten Lambda, Kappa)




4. Diagnostische Tests


Streifentest kolorimetrischer Nachweis
  • kolorimetrischer Nachweis ab 150 mg/l
  • positiv Proteinurie
  • neg. Mikroalbuminurie
  • neg. Leichtketten

 

Mikroalbuminurie Spezialteststreifen 
(z.B. Albustix, Micraltest)

Eiweiß quantitativ Biuret-Methode
Sammelurin ab 50 mg/l

Immunfixation Immunfixations-Elektophorese 
Nachweis Leichtketten





5. Diagnostisches Vorgehen

Streifentest Eiweiß   positiv

  • Quantifizierung 24-Std-Sammelurin

  • Urinsediment

  • Nierensonographie

  • ggf. nephrologisches Konsil




Sammelurin 
  > 3.5 g/die

  • Serum-Eiweiß-Elektrophorese

  • Gesamteiweiß im Serum

  • Cholesterin, Triglyceride, Ödeme?




Nephrotisches Syndrom

  • Nephrologisches Konsil

  • (Link Nephrotisches Syndrom)





Mikroalbuminurie 
  positiv

  • Diabetische Nephropathie Stadium II

  • (Link Diabetische Nephropathie)

  • Hypertonie mit Endorganschäden





Immunfixation im Urin 
  positiv

  • Serum-Eiweiß-Elektrophorese

  • Immunelektrophorese

  • weitere Diagnostik







6. Bewertung einer Proteinurie

Eine Proteinurie stellt ein „renales Symptom“ dar. Sie ist in der Regel Ausdruck einer glomerulären Läsion mit erhöhter Permeabilität der Basalmembran.  Eine Proteinurie kann temporär auftreten (Allgemeininfektionen, Harnwegsinfekt), besteht sie permanent, sollte sie abgeklärt werden.

Eine große Proteinurie (> 3.5 g/die) ist immer Symptom einer Nierenerkrankung. Nur wenn gleichzeitig Ödeme, Hypoalbuminämie und Dysproteinämie bestehen, liegt ein nephrotischen Syndrom vor.
 
Ein nephrotisches Syndrom (Link) sollte immer nephrologisch abgeklärt werden.






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